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Auf dem Dao-Weg (No.9)
Liebe Interessenten/Interessentinnen an den Bewegungskünsten des Qigong, Tai Chi Chuan, an den Körpertherapien Shiatsu, Tuina/Akupressur, an der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), an der Zen-Meditation, aber alles andere auch...
Herzlich Willkommen - Ni hao

Multatuli: „Nichts ist ganz wahr, und auch dies ist nicht ganz wahr!“
Hier ein Tipp für die Ohren: Jeden Tag im Internet interessante Hinweise auf Hörspiele, Lesungen und dergleichen. Für diejenigen, denen beim Sehen beim Fernsehen die Augen vergangen sind: http://www.bluetenleser.de/d/radio/radio.php?op=day
Tai Chi Chuan- Übende. Auf dieser Seite, etwas weiter unten, sind kurze Videosequenzen von Cheng Man-ch`ing zu sehen. Direkt darunter geht es interessant weiter. Auf You Tube kann man sich bei Interesse in die Bilder weiter hinein graben. Zudem ein Hinweis auf das Archiv von Heiko Zänker, der mir und Euch netterweise viel Arbeits-Suche abnimmt:
http://newsletter-innere-kampfkuenste.blogspot.com/
http://www.innere-kraft-64.de/newsletter_archiv.htm
Qigong-Übende. In diesem Monat beginne ich mit den Daoyin Baojian Gong - das Gesundheitsschützende Qigong von Professor Zhang Guangde. Eine nicht ganz vollständige Serie erschien im Stern, gezeigt von Johann Bölts, der die PTCH (Projekt traditionelle chinesische Heilkunde) an der Universität Oldenburg leitet:
Hier die 8 Übungen des Daoyin Baojian Gong in chinesischer, englischer und deutscher Sprache:
Daoyin Exercise for Keeping Fit

Für die, die noch ein wenig Zeit übrig haben. „ Wie ich schaffte, nicht zu den Qigong-Tagen 2008 in Kassel eingeladen zu werden“.
Ein afghanisches Sprichwort lautet: „Wenn Du mich zwingen willst, mit dir ins Paradies zu kommen, dann weigere ich mich. Aber wenn Du mich als Freund bittest, dich in die Hölle zu begleiten - bin ich dabei“.
Das Motto ist „Qigong und Gesellschaft. Lebenskunst als politischer Faktor“. (Der endgültige Flyer liegt mir vor). Im Februar 2006 habe ich in Kassel einen Vortrag über Qigong und Gesundheit gehalten, darum erinnerte man sich wohl meiner.
Und so führte ich im Oktober 2007 ein Telefongespräch mit einer Frau, die die Veranstaltung Qigong 2008 mitorganisiert, und mich zu diesem Event einladen wollte. Ein längeres Gespräch folgte, indem es mir nicht gelang, ihr zu entlocken, was denn ausgerechnet Qigong dazu befähigen könnte, wenn schon nicht die Welt, so doch wenigstens Deutschland auf den rechten Pfad zurückzuführen.
Dem ganzen haftete meineserachtens doch reichlich ein Geruch von Pathos an. Und der Sinn wollte nicht unbedingt in meinen Kopf. Ging es nicht kleiner? Muss man denn unbedingt der Esoterik- und/bis Wellness/Gesundheits-Schiene nacheifern?
Je nun, ich verfasste einen elektrischen Brief, indem ich beschrieb, wie ein kleiner Workshop von mir denn so aussehen könnte…
Moin S. B.,
ich melde mich mit leichter Verspätung. Am Wochenende war ich in Winterberg bei einem Feldenkrais-Seminar. Da ging es mehr um Körper-Übungen als um Leib-Übungen. Ich bestätige hiermit mein Interesse an dem Qigong-Seminar 2008. Das Formular schicke ich Ihnen dieser Tage zu. Hier schon einmal kurz ein Abriss zu meinem gewählten Thema.
Bei dem erwähnten obigen Seminar habe ich mal genauer hingeschaut und festgestellt, dass die meisten Anwesenden eigentlich auf der Suche nach etwas waren, was über das rein körperliche hinaus ging. Sie waren nicht nur wegen der Feldenkrais-Bewegungen da. - Manche gehen überall hin, zu allen möglichen Kursen oder zu immer demselben. Hier war nur eine, die schon alles wusste, von der alles abprallte und die unzugänglich war. Ich habe mich mit der Kursleiterin unterhalten (nicht gezielt über diese Person natürlich), diese Menschen bewegen sich nicht mehr; man darf sie nicht drängen, nichts erwarten, vielleicht bewegen sie sich doch noch eines Tages…
Ibn Al Arabi - Ruhe und Bewegung
„ Der Ursprung des Daseins ist die Bewegung.
Folglich kann es darin keine Bewegungslosigkeit geben,
denn wäre das Dasein bewegungslos,
so würde es zu seinem Ursprung zurückkehren,
und der ist das Nichts.
Deshalb nimmt das Reisen nie ein Ende,
nicht in der höheren und auch nicht
in der niederen Welt“.
Die anderen jedoch, sie wirkten so und sie äußerten sich auch so, zumindest indirekt, dass sie den Stillstand für sich nicht akzeptieren wollten, im Sinne von - „Habe ich es schon gesagt? Ich lerne sehen ja, ich fange an. Es geht noch schlecht. Aber ich will meine Zeit nützen“. Rainer Maria Rilke (Malte Laurids Brigge). Aber kannten diese den Ausgangspunkt ihrer Suche noch, oder war ihnen das Ziel ihrer Reise bewusst? Wenn Sie über die Entwicklung und Einübung neuer Denk- und Verhaltensmuster schreiben und weiters einige Punkte hervorheben, so habe ich die Blockaden und Spannungen nicht nur dieser Kursteilnehmerinnen sondern überhaupt vor den Augen.
Es geht also um die Ansprechbarkeit der Suchenden oder Übenden. Ob er stillsteht, oder ob er in Bewegung ist, schneckengleich oder geschwind. Ob er seelisch-geistig oder körperlich beweglich oder unbeweglich ist. „Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler", sagt Ingeborg Bachmann. („Perlentaucher“ ).
Tipp: http://www.perlentaucher.de/feuilletons/aktuell.htm
Imgrunde ist heutzutage derjenige wichtig, der sich seiner Selbst bewusst ist, und der dann nicht etwa mit sich zufrieden ist und fertig, sondern vielmehr sich öffnet und bewegt für das, was Sie das Vertrauen in die gestaltende und bewegende Kraft des Herzens nennen, das ishin denshin im Zen: Von Herz zu Herz!
Das Leben von Heute lebt sich von allein, wie mit einem Autopilot. Man fühlt sich aber unwohl ohne einen Piloten. Darum sucht man sich jemanden und setzt ihn auf seinen eigenen Sitz. Es ginge aber darum, dass ein jeder selbst das Flugzeug, sein Leben, selber fliegt. Nicht manipuliert, nicht in Trance, sondern sich und seiner Umwelt bewusst.
Viele Grüße …
Es war nur ein Gedanke, ein Entwurf zu dem, was ich am Ende zu einem anderthalbstündigen Workshop (?) zusammenfassen könnte. Der Text trieft vor Zitaten, Andeutungen und Anspielungen. - Aber da war es auch schon vorbei, der Gedankenakt wurde unterbrochen. S.B. sagte mir ab, die nicht mehr vorhandene E-Mail dazu besagte soviel, dass zu einem Workshop (?) keine Möglichkeit bestünde und das sie auf jeden Fall meine elektrische Post eher verständnislos gelesen hätte…
Vielleicht hätte ich ja Themen anbieten müssen wie „Der rote Milan fliegt über die Kasseler Berge“, oder „Qigong im Spannungsfeld zwischen Quantphysik und Mystik“; letzteres ein Thema, das dieser Gesellschaft sicherlich z.Z. auf den Nägeln brennt.
Dergleichen wird jetzt angeboten…

Liebe Begleiter auf dem Dao-Weg, lassen wir es jetzt einmal richtig krachen!? (Und sei es auch nur für den, der bis hierhin durchgelesen hat…).
Charles T. Tart erwähnt in seinem Buch über die „Achtsamkeit“ G.I. Gurdjieff als einen, der „sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufhielt und keine Schönfärbereien duldete“. Und dieser Gurdjieff sagte ganz einfach: „Die meisten Leute, die du auf der Straße siehst, sind tot. Sie laufen und reden, sie machen Karriere, lassen sich in hohe politische Ämter wählen, sind aber eigentlich tot. Ihre wirkliche innere Essenz, ihre Seele, ihr Geist, wie immer ihr das nennen wollt, ist unter der Masse automatischer Programmierung so tief vergraben, dass sie in praktischer Hinsicht einfach Maschinen sind, und es keine Hoffnung für sie gibt“.
(Und Gurdjieff lebte von 1877-1949, zu einer Zeit also, als die Maschine noch nicht dermaßen überhand genommen hatte).
Tart schreibt in einem weiteren Buch, Hellwach und bewusst leben“ in dem Kapitel Selbstbeobachtung, den den Brief oben abschließenden Text: Das Leben von Heute lebt sich von allein, wie mit einem Autopilot…. -
Und endlich: „Angenommen, Sie haben genügend Selbsterkenntnis, um zu sehen, dass Sie in einem schlecht funktionierenden automatisierten Flugzeug gefangen sind, dass Sie Ziele anfliegen, die andere ausgewählt haben, und dass Sie von ebenso gefährdeten und fehlgeleiteten Flugzeugen umgeben sind. Wo bekommen Sie einen Piloten her?
In Ihrer Umgebung gibt es viele Menschen, die nicht nur behaupten, ausgebildete Piloten zu sein, sondern auch beteuern, sie wollten die Führung Ihres Flugzeugs übernehmen, damit Sie einen sanften Flug zu einem wundervollen Ziel genießen könnten! Sie bräuchten nur das bisschen Kontrolle, das Sie selbst über die Situation haben, ihnen zu übergeben und auf ihre Vision zu vertrauen, selbst wenn Sie diese nicht so ganz verstehen. Diese Leute versprechen Ihnen das Blaue vom Himmel für den Fall, dass Sie ihren Anweisungen folgen, etc. -
Und dass ist genau das, was ich dieser Frau S.B. von den Qigong-Tagen 2008 vorgeworfen habe. Die Zahl der selbsternannten Gurus ist Legion. Und 2006 bin ich regelrecht über sie gestolpert, es gab kein Vorankommen mehr. Und denen soll ich den Rest meines Verstandes opfern? Also:
Hermann Hesse: „Sieh, mein Govinda, dies ist einer meiner Gedanken, die ich gefunden habe: Weisheit ist nicht mitteilbar. Weisheit, welcher ein Weiser mitzuteilen versucht, klingt immer wie Narrheit.“
Danke für die Geduld!
Herzliche Grüße,
Ralph Buttler

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